Markus Ewald & Matthias Berger

Seit nunmehr zwanzig Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Grimma und dem oberschwäbischen Weingarten. Im Vorfeld der größten Reiterprozession Europas, dem Blutritt, verständigten sich beide Oberbürgermeister auf einen symbolischen Treuevertrag und legten in einem Partnerschaftseid fest, die Freundschaft aktiv fortzusetzen, zu vertiefen und zu erweitern. Gemeinsam mit Vertretern aus Weingartens Partnerstädten Bron (Frankreich), Mantua (Italien) und Burgeis (Südtirol) wurde die deutsch-deutsche Freundschaft am Donnerstag, dem 13. Mai gefeiert.

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger folgte gemeinsam mit den Stadträten Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma), Sabine Krahnert (LINKE und stellvertretende Oberbürgermeisterin), Georg Dornig (Grimmaer/SPD) und Vertretern aus der Verwaltung der Einladung von Weingartens Oberbürgermeister, Markus Ewald.

„Ziel der Städtepartnerschaft ist es, enge und wechselseitige Beziehungen auf den Gebieten der Kultur, des Sports, der Freizeitaktivitäten, der Ökologie, der Wirtschaft und der Verwaltung zu entwickeln“, heißt es in der Urkunde. Die Bürgerrinnen und Bürger beider Städte sowie die örtlichen Vereine, Verbände, Parteien und Kirchen werden aufgerufen, diese Vereinbarung mit Leben zu erfüllen. Eine Zukunftsperspektive für die Städtepartnerschaft sehen beide Oberbürgermeister in der Jugend, die durch Schüleraustausch, gemeinsame Aktivitäten wie das Austragen sportlicher Turniere und früher politischer Teilhabe an die Sache herangeführt würden.

Entstanden ist die Städtefreundschaft durch die gemeinsame französische Dritte im Partnerstadttrio, Bron. Näher gekommen sind sich die Städte im Zuge des Ausbaues der Finanzverwaltung nach der Wiedervereinigung. In Weingarten erinnert die Grimmastraße und das in Stein gehauene Wappen vor dem Rathaus symbolträchtig von der engen Freundschaft. Höhepunkte der 20jährigen Partnerschaft waren unter anderem die Jugendkonferenz 2001, aus der dann das Grimmaer Jugendparlament hervorging und die Beteiligung der Stadtgarde zu Pferd zum Sachsentag 2008 in Grimma.

Der Bluttritt

Knapp 3.000 Reiter ritten am Blutfreitag, dem 14. Mai den Prozessionsweg durch Weingartens Umgebung. Tausende Pilger und Zuschauer begleiteten die jahrundertealte Tradition um die Verehrung der „Heilig-Blut-Reliquie“. Diese wird seit mehr als 900 Jahren im Benediktinerkloster Weingarten aufbewahrt und soll der Legende nach Blut von der Kreuzigung Christi enthalten. In diesem Jahr wurde der Blutritt letztmalig von einem Benediktinermönch angeführt, der die Heilig-Blut- Reliquie trägt. Denn das Kloster Weingarten muss in diesem Jahr wegen Nachwuchsmangels schließen. Der Blutritt bleibt erhalten.

Fotos: Reinhard Jakubek

Partnerschaftsvertrag Vertragsunterzeichnung Blutritt