Zehn Jahre Infothek im Freiberger Rathaus: Anlaufstelle und Blitzableiter

25 Quadratmeter groß, hell und offen ... so präsentiert sich seit nunmehr einem Jahrzehnt die Infothek im Rathaus am Obermarkt. Sie ist für die meisten Besucher der Stadtverwaltung erste Anlaufstelle. Beate Hönemann managt hier seit zehn Jahren die Anliegen der Freiberger: Wo ist welches Amt zu finden, wohin gehört die Anfrage, wie lautet die Rufnummer des zuständigen Bearbeiters. Das sind die wohl häufigsten Fragen der in Stoßzeiten schon mal mehr als 100 Besucher. Mit mancher Auskunft kann die „Herrin der Infothek“ den Fragenden durchaus gleich weiter helfen und ihnen somit den einen oder anderen Weg ersparen.

„Oft verwechseln die Leute aber die Aufgaben der Stadtverwaltung mit denen der Landkreisverwaltung“, weiß sie. So werden immer wieder Fragen zu Abfallentsorgung gestellt. Doch Beate Hönemann hilft auch hier: Längst hat sie sich die Rufnummern und Ansprechpartner für die am häufigsten Gesuchten aus anderen Behörden zusammengestellt.

In den vergangenen zehn Jahren ist ihr Aufgabenfeld ohnehin ständig

gewachsen: An mehreren Aufstellern liegen aktuelle Broschüren aus, ebenso Anträge für Steuererklärungen. Auch die Gelben Säcke gibt sie aus, ebenso Amtsblätter, Abfallkalender und weiteres Informationsmaterial, gibt Auskunft zur Stadt und hier ansässiger Firmen, sucht Anschriften und Rufnummern heraus, druckt auch mal die eine oder andere Satzung für den Bürger aus.

„Mit der Infothek beginnt unser Service im Haus“, erklärt Sven Krüger, Bürgermeister für Verwaltung und Finanzen. Sie spiegelt den ersten Eindruck der Verwaltung wider. Und so war es für Beate Hönemann auch Usus beim ersten Tag der offenen Tür dabei zu sein: „Ich hatte hier Pläne für den Rundgang und konnte manchem der fast 600 Besucher damit weiterhelfen.“ Darüber freut sie sich ebenso wie über die meisten Reaktionen der Besucher.

„Viele sind überrascht, dass sie ihre Anliegen oft schon hier im Foyer regeln können.“ Doch nicht nur freundliche Besucher hat sie in den vergangenen Jahren erlebt. Als Blitzableiter muss sie ab und an herhalten, wenn wieder mal ein verärgerter Freiberger bei ihr die Luft ablässt, weil „er außerhalb der Sprechzeit kam“ und deshalb niemanden erreicht. Dann sei schnell vom Büroschlaf die Rede.

Doch mit dem neuen Bürgerhaus im Gebäude am Obermarkt sollen solche Zwischenfälle bald der Vergangenheit angehören. „Wir wollen dort das Bürgeramt unterbringen und dann mit deutlich verlängerten Öffnungszeiten noch bürgerfreundlicher werden“, verspricht Bürgermeister Krüger.

Eröffnet worden war der Serviceschalter am 1. Mai 2000 im Gewölbebogen im Foyer des Rathauses am Obermarkt. Für diesen Neubau sowie den des Windfangs hat die Verwaltung rund 39.000 Euro investiert. „Eine Investition, die sich bewährt hat“, lobt Krüger.