Grimmaer Agentur gewinnt Plakatwettbewerb
Die Stadtverwaltung Grimma suchte im Rahmen der Lutherdekade 2008 bis 2017 ein neugestaltetes, aussagekräftiges Plakat zur Bekanntmachung der entsprechenden Veranstaltungen. Bis Ende März gingen 25 Vorschläge ein. Die Palette reichte von Illustrationen, über Fotomontagen bis hin zu avantgardistischer Kunst. Mediengestalter, Hobbygrafiker und Künstler, unter anderem aus Berlin, Weimar oder Annaberg-Buchholz, beteiligten sich am Wettbewerb. Eine sechsköpfige Jury entschied sich mittels Punktesystem für eine Grimmaer Werbeagentur. Der kreative Kopf von flashlight-media, Axel Büchler, freut sich über den ersten Platz: „Es ist schön, dass unsere Arbeit so gut ankommt“. Die Agentur belegte mit ihrem Alternativentwurf auch den zweiten Platz.

{jathumbnail off}Lutherdekade in Grimma - Grimmaer Agentur gewinnt PlakatwettbewerbHauptaugenmerk des Gewinnerplakates ist das bekannteste Gemälde der Katharina von Bora, gemalt 1526 von Lucas Cranach. Moderne Grafikelemente unterstreichen die Gestaltung. Angesprochen wurden aus den Reihen der Jury auch die ästhetische Farbwahl und die gelungene Symbiose von Geschichte und Moderne.

Vor allem hob sich das Plakat durch eine Besonderheit hervor: Dank eines 2-D-Barcodes regt es zum interaktiven Handeln an. „Mobile Tagging“ (tagging dt.: identifizieren) nennt sich der Trend aus Japan. Ein briefmarkengroßer Code verschlüsselt Informationen und leitet diese via Mobiltelefonkamera zur Webseite www.grimma.de. „Mit der Mobile Tagging-Verknüpfung können wir auch die jüngere Zielgruppe für das Thema und ihre Heimatgeschichte mobilisieren“, so Mandy Deuil, Kunstlehrerin des Gymnasiums St. Augustin.

Das Siegerplakat und alle weiteren Vorschläge werden erstmalig am Sonnabend, dem 03. April an der Klosterruine ausgestellt. Jährlich gedenkt man an diesem Tag an die spektakuläre Flucht der Nonnen aus dem Kloster Nimbschen. Renaissancetänzer und mittelalterliche Musikanten, Nimbschener Nonnen, ein Bettelmönch aus dem nahen Augustinerkloster und natürlich der Reformator Martin Luther, alias Dr. Fred Urban persönlich, eröffnen ab 10.00 Uhr die Lutherdekadensaison in Grimma. Angebote wie Planwagenfahrten, Touren auf den Muldedampfer oder ein Besuch in der Heimatstube stehen zur Verfügung. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Die Jury

  • Peter Schäfer, Vorstand Förderkreis für Kunst und Kultur in Grimma e.V., Leiter Rathausgalerie (Vertreten durch Bettina Holfter, Sachgebietsleiterin Kultur Stadt Grimma)
  • Antje Möser, Internationale Arethusa Verein e.V., Seume-Haus und Museum Göschenhaus
  • Mandy Deuil, Kunstlehrerin am Gymnasiums St. Augustin
  • Kristina Bahr, Künstlerin, Denkmalschmiede Höfgen gGmbH
  • Jutta Vogt, Kunsterzieherin an der Mittelschule Grimma
  • Sebastian Bachran, Öffentlichkeitsarbeit Stadt Grimma

Hintergrund: 500 Jahre Reformation – Lutherdekade

Mit Blick auf den 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Martin Luther wurde 2007 in Grimma die Lutherdekade ausgerufen. Mit einer Vielzahl von Aktivitäten will sich Grimma als Stätte der Reformation in einer Form präsentieren, die der Stadt mit ihren historischen Klöstern Grimma und Nimbschen zukommt. Jährlich sollen inhaltliche Schwerpunkte definiert und in Form von Veranstaltungen, Ausstellungen, wissenschaftlichen Kongressen und Tagungen, Tourismusmarketingaktionen, kulturhistorische Reisen und Schulprojekten öffentlichkeitswirksam umgesetzt werden. Bereits in diesem Jahr soll auf dem historischen Boden des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters eine Kapelle entstehen.

Die Gestaltung des Plakates sollte bewirken, dass sich beim Betrachten die gedankliche Verbindung „Kloster Nimbschen“ und Reformation zunehmend wieder einstellt – so wie es bereits vor Jahrzehnten der Fall war. War doch die Flucht der Nimbschener Nonnen in der Osternacht des Jahres 1523 bahnbrechend für die praktische Umsetzung der von Luther propagierten und erkämpften Erneuerung der Kirche – vor allem für die Frauenklöster. Und waren früher romantische Legenden wie jene vom bei der Flucht verlorenen Schuh Katharinas oder von einem Stelldichein der Nonne mit dem Reformator hinter den Klostermauern für die allgemeine Popularität von Kloster Nimbschen ausschlaggebend, so sind es heute vor allem die idyllische Lage eines attraktiven Ausflugszieles und die hervorragende touristische Infrastruktur des Muldentales zwischen Grimma und Höfgen.

Die Preisträger

  • 1. Platz Entwurf: Katharina von Bora (nach Cranach)  |  Axel Büchler, Mediendesigner - flashlight-media, Grimma
  • 2. Platz Entwurf: Katharinas verlorener Schuh  |  Axel Büchler, Mediendesigner - flashlight-media, Grimma
  • 3. Platz Entwurf: Fotocollage Klosterkirche, Renaissancetanz, Klosterruine  |  Gerhard Weber, Fotodesigner, Grimma
  • 4. Platz Entwurf: Zeit des Wandels, Katharinas Blick in die Zukunft  |  Marcel Drechsler, Gebrauchsgrafikdesigner, Annaberg-Buchholz
          und Entwurf: Kloster Nimbschen im Morgengrauen  |  Toni Engelmann, Privat, Grimma
  • 6. Platz Entwurf: Zeichnung Katharina von Bora und Martin Luther  |  Rosa Linke, Grafikerin und Illustratorin, Weimar
  • 7. Platz Entwurf: Luther in Grün  |  Birgit Stolze, Mediendesignerin, Berlin