„Auf Draht - das Weltunternehmen Adolf Bleichert“ und die längste Hängebrücke Sachsens

Am Sonntag, dem 28. März um 15.00 Uhr eröffnet das Kreismuseum Grimma, Paul-Gerhardt-Straße 43 eine neue Sonderausstellung unter dem Thema „Auf Draht - das Weltunternehmen Adolf Bleichert“.

Die Ausstellung zeigt Originalteile und Modelle von Seilbahnen, Firmen- und Privatbriefen, Plakate, Gemälde, Fotos, historische Ansichtskarten, Firmenschriften und Werbeprospekte der Firma Bleichert. Weiterhin werden Unterlagen aus dem Stadtarchiv Grimma vorgestellt, die den Bau der Grimmaer Hängebrücke beleuchten.

Das Weltunternehmen

Die Leipziger Firma Adolf Bleichert baute Seilbahnen in der ganzen Welt. Auch in Grimma wurde das Unternehmen tätig. Im Jahr 1924 beauftragte der Rat der Stadt Grimma die Firma Bleichert mit dem Bau einer Drahtseil-Hängebrücke. Drei Tage nach der Auftragserteilung begannen die ersten Arbeiten. Nach nicht mal sechs Monaten war die Brücke fertiggestellt. Am Sonntag, dem 12. Oktober 1924 konnte die Brücke durch den damaligen Bürgermeister Dr. Hornig feierlich eingeweiht und für den Verkehr freigegeben werden. Die Firma war aber nicht nur in Grimma tätig sondern auch in unserer Region. Sie baute Transportbahnen für die Stein- und Keramikindustrie, für die Kohleförderung sowie für mittlere Industriebetriebe, hier vor allem für den innerbetrieblichen Transport.

Im Bleichert`schen Braunkohlenwerk in Neukirchen-Wyhra wurden z.B. eine Großraumförderanlage sowie eine Drahtseilbahn mit automatischer Kurvenstation errichtet. In Wildschütz baute die Firma eine Kabelkrananlage für den Transport von Steinen, in Schkortitz entstand eine Drahtseilbahn für den Transport von Braunkohle.

Der Firmengründer Adolf Bleichert (1845-1901) studierte am Königlichen Gewerbeinstitut in Berlin Maschinenbau. Nach seinen ersten Arbeitsstellen in einem auf Mühlenbau spezialisierten Unternehmen in Bitterfeld und einer Maschinenfabrik und Eisengießerei in Schkeuditz gründete er zusammen mit seinem Studienfreund Theodor Otto 1874 das Ingenieurbüro für Drahtseilbahnen, dessen erster Erfolg der Bau einer Standseilbahn in Teutschenthal war. Bald darauf folgte eine Materialdrahtseilbahn für die Sayner Hütte der Firma Krupp. Am 1. Juli 1881 nahm Bleichert im neu errichteten Fabrikgebäude in Gohlis den Betrieb auf und firmierte nun unter dem Namen Adolf Bleichert & Co., Fabrik für Drahtseilbahnen, Leipzig-Gohlis.

Nach Adolf Bleicherts Tod übernahmen seine Söhne Max und Paul 1901 das Unternehmen.

Die große Bedeutung der Firma Bleichert liegt darin, dass sie das Transportmittel schuf, das dem Industriezeitalter vor dem Aufkommen des Lastkraftfahrzeugs entsprach. Die Entwicklung der Großindustrie und die Gewinnung von Rohstoffen im großen Maßstab sind ohne die Drahtseilbahn undenkbar.

„Auf Draht- das Weltunternehmen Adolf Bleichert“ wird gezeigt vom 28. März bis 22. August.