Geschrieben von: Freiberg   
Donnerstag, den 10. Dezember 2009 um 19:52 Uhr

Seit Beginn des Sommers sind dafür mehr als 20 Mitarbeiter der Stadtverwaltung unterwegs. Sie alle gehören zur Projektgruppe 2 des Groß-Projektes „Doppik“. Eine von ihnen ist Sylvia Franz. Gemeinsam mit weiteren fünf Mitarbeitern des Amtes für Bildung, Jugend und Sport inventarisiert sie als Aufnahmeleiterin im Bereich des Bildungsamtes sämtliche städtische Kindertagesstätten, Schulen, Sporthallen und –plätze, Jugendklubs sowie die sozialen städtischen Einrichtungen. Das heißt konkret, alle Gegenstände ab 150 Euro Anschaffungs- oder Herstellungskosten vor Ort zu erfassen, die Daten ins Programm „Archikart“ einzupflegen und schließlich zu bewerten.

Zu zweit oder dritt gehen die Projektgruppen-Mitglieder in die Einrichtungen. „In den normalen Klassenzimmern, Büros oder Wirtschaftsräumen kommen wir gut selbst zurecht. In den Fachkabinetten oder Lehrmittelsammlungen sind wir auf Unterstützung durch die Fachlehrer angewiesen“, erklärt Sylvia Franz. Die würden sie bekommen. Völlig unbürokratisch stünden die Mitarbeiter der jeweiligen Einrichtungen an ihrer Seite und geben Hilfestellung, ebenso auch Mitarbeiterinnen der Kämmerei. „Die für uns ungewöhnliche und zudem zusätzliche Aufgabe ist manchmal ganz schön anstrengend, aber man lernt jedes Haus und jede Anlage intensiv kennen.“

Und so geht es step by step. Jedes einzelne Stück „Anlagevermögen“ wird etikettiert: von der Schulbank über technische Geräte wie Beamer und Messgeräte bis hin zu Wandkarten, Modellen, Tierpräparaten, Maschinen und Werkzeugen, „Dabei stoßen wir auch auf Dinge, die mehr ideellen als materiellen Wert haben.“ So beispielsweise im Fachkabinett Physik, wo Messgeräte mitunter mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben und mehr der Demonstration dienen als der Verwendung. „Dort müssen wir entscheiden, ob und wie dieses Gerät ins Anlagevermögen einfließt.“ Die ersten Objekte sind von A bis Z aufgenommen: das Funktionsgebäude am Platz der Einheit, die Turnhalle „Ernst Grube“, die Körner-Schule, die Kitas „Regenbogen“ und „Kinderinsel“, die Grundschulen Silbermann, Winkler und Zug, die Heubner-Sporthalle, das Albertinum und das Haus Dürer. Und es geht weiter, die Zeitschiene ist eng. Noch bis Ende dieses Jahres soll die Innen-Inventarisierung abgeschlossen werden, denn im Januar stehen die Außenanlagen auf dem Plan. Dann werden die Spiel- und Sportplätze gemeinsam mit Mitarbeitern des Sachgebietes Grünanlagen unter die Lupe genommen: Kunstrasenplätze, Laufbahnen, Sprunggruben, Sprechertürme, Spiellandschaften und vieles mehr muss registriert werden. „Unser Ziel ist, dass wir bis Ostern alles aufgenommen haben. Als Abschlusstermin für unsere Aufgabe steht der 30. Juni 2010.“

Nebenher ist bereits im November mit der Recherche und dem Bewerten begonnen worden.

Bevor jedoch die eigentliche Bewertung beginnt, müssen die ermittelten Daten nicht nur in die Programme eingepflegt werden, sondern es kommen zahlreiche ergänzende Informationen hinzu, wie Hersteller- und Lieferantendaten, nähere Beschreibungen wie die des Materials oder der Maße. Handelt es sich um Objekte, die gemietet oder geleast sind? Dann steht eine Vertragsprüfung an, die klären muss, ob das Objekt wirtschaftliches Eigentum der Stadt ist oder nicht. Auch Fragen, ob für die Anschaffung der Ausstattung Fördermittel geflossen sind, gilt es zu beantworten oder ob eine betriebsdienliche Ausstattung von den Mitarbeitern des Hochbau- und Liegenschaftsamtes aufgenommen wird oder aber, ob dafür das Fachamt zuständig ist. Wie wird mit Kunstgegenständen und Sammlungsbeständen verfahren? Viele Fragen sind zu klären und Arbeitsschritte abzustimmen.

Klar ist aber heute schon eines: Bis Ende nächsten Jahres muss die Doppik stehen. Dafür ziehen die Verwaltungsmitarbeiter alle an einem Strang.

Einführung der Doppik in der Stadt Freiberg

Die Stadt Freiberg führt, wie vom Gesetzgeber gefordert, die so genannte Doppik ein, ein Haushalt- und Rechnungswesen, das auf Vermögenswerte orientiert. Bisher lag der Haushaltführung die Kameralistik zu Grunde, mit der lediglich Einnahmen und Ausgaben über ein Jahr betrachtet werden. Grundsatz hierbei: Der Haushalt muss ausgeglichen sein. Mit der Doppik wird das Vermögen der Stadt betrachtet, erfasst sowie bewertet. So sind dann Aussagen zur Entwicklung des Vermögens der Stadt Freiberg möglich, denn die Doppik berücksichtigt den Werterhalt bzw. –verlust (Abschreibung). Mit dem Einführen der Doppik ist im Januar vergangenen Jahres begonnen worden. Ziel ist es, dass am 1. Januar 2011 der erste doppische Haushalt vorliegt. Dafür arbeiten in der Verwaltung rund 50 Mitarbeiter in vier Projektgruppen sowie weiter Mitstreiter.

 

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