Geschrieben von: Freiberg   
Mittwoch, den 02. Dezember 2009 um 20:09 Uhr

Rund 24 Millionen Euro für den Ausbau der Zentralkläranlage und die Erweiterung der erforderlichen Mischwasserbehandlung

Eine geordnete und sichere Abwasserentsorgung nach dem Stand der Technik ist heute für Unternehmen ein wesentlicher Faktor für Investitions- und Standortentscheidungen. Die FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG als Eigenbetrieb der Stadt Freiberg stellt sich dieser Aufgabe und schafft derzeit die abwassertechnischen Voraussetzungen für die weitere positive gewerbliche und industrielle Entwicklung in und um Freiberg.

Durch geplante Kapazitätserweiterungen industrieller Großeinleiter werden sich Abwassermenge und –beschaffenheit für die Zentralkläranlage Freiberg bis 2012 nachhaltig ändern. So wird sich der Anschlusswert der Zentralkläranlage von derzeit rund 80.000 Einwohnerwerten (EW) auf 100.000 EW erhöhen. Seit März dieses Jahres laufen die notwendigen Ausbaumaßnahmen in der Abwasser- und Schlammbehandlung. Parallel dazu wird der ZKA-Sammelkanal im Westhang des Münzbachtales hergestellt. Hierdurch erfolgt eine maßgebliche Erweiterung der zentralen Mischwasserbehandlung und die Möglichkeit, dass Abwasser aus dem Stadtgebiet von Freiberg künftig weitestgehend im freien Gefälle der Zentralkläranlage (ZKA) zuzuführen.

Die Gesamtmaßnahme umfasst die vier Komplexe:

  • Erneuerung ZKA-Sammelkanal
  • Neubau einer Einlaufgruppe mit Grobrechenanlage und Schneckenhebewerk
  • Erweiterung der biologischen Stufe der Abwasserbehandlung
  • Anpassung der Schlammbehandlungsstufen an den erhöhten Schlammanfall

Für die Realisierung des Vorhabens wurden die ersten sieben Baulose im laufenden Kalenderjahr bereits vergeben. In den nächsten drei Jahren werden weitere 15 Baulose folgen, um den Ausbau bis 2012 in den wesentlichen Teilen abzuschließen.

Der Ausbau der Zentralkläranlage Freiberg und die Erweiterung der erforderlichen Mischwasserbehandlung erfordert ein Investitionsvolumen von rund 24 Millionen Euro. Aufgrund seiner Bedeutung wird das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ durch den Freistaat Sachsen gefördert.

Der ZKA-Sammelkanal wird im Münzbachtal auf einer Länge von fast 1.800 Meter hauptsächlich im unterirdischen Rohrvortrieb hergestellt. Spezialtiefbauer verlegen die Vortriebsrohre DN 1.400 in bis zu 15 Meter Tiefe zum Standort der Zentralkläranlage. Seit Juli 2009 wurden bereits 550 Meter der neuen Kanaltrasse verlegt. Hinsichtlich Höhen- und Lagegenauigkeit werden an die Spezialisten hohe Anforderungen gestellt, da nur so eine Anbindung des neuen Kanals als Freispiegelleitung an die abwassertechnischen Anlagen am Kläranlagenstandort möglich ist.

Neben dem Transport des gesamten Abwassers aus dem Einzugsgebiet der Kläranlage wird mit dem neuen ZKA-Sammelkanal auch die erforderliche Mischwasserbehandlung entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ausgebaut. Der Kanal wird künftig als Stauraumkanal mit einem maximalen Speichervolumen von 900 m³ bewirtschaftet und trägt so zur Verminderung von Mischwasserabschlägen in den Münzbach bei.

Am Ende des neuen ZKA-Sammelkanals wird auf dem Kläranlagengelände bis 2011 eine neue Grobrechenstufe angeordnet. Die Grobrechen entnehmen dem Abwasser mitgeführte Grob- und Sperrstoffe und schützen so die nachgeschalteten Behandlungsstufen. Ein Schneckenhebewerk (geodätische Förderhöhe etwa zwei Meter ersetzt künftig das vorhandene Zulaufpumpwerk (geodätische Förderhöhe rund 20 Meter) und senkt den Bedarf an elektrischer Energie für die Abwasserförderung um rund 90 Prozent.

Um auch in Zukunft das Abwasser im erforderlichen Maß reinigen zu können, wird die biologische Stufe der Abwasserbehandlung erweitert. Diese besteht aus den beiden Hauptkomponenten der Belebungsbecken und der Nachklärbecken. In den Belebungsbecken erfolgt durch intensiven Kontakt der Abwasserinhaltsstoffe mit den Mikroorganismen des Belebt­schlamms die eigentliche biologische Reinigung des Abwassers. In den vorhandenen zwei Nachklärbecken werden Belebtschlamm und gereinigtes Abwasser voneinander getrennt und das gereinigte Abwasser kann in den Münzbach eingeleitet werden.

Die Ausbaukonzeption sieht die Erweiterung der biologischen Stufe um ein zweites, baugleiches Belebungsbecken vor. Derzeit laufen die Rohbauarbeiten. Das Belebungsbecken mit einem Nutzvolumen von 8.700 m³ ist fast fertig gestellt. Nach der technischen Ausrüstung des Beckens mit einer feinblasigen Druckbelüftung zur Sauerstoffversorgung und Rührwerken zur Umwälzung des Belebt­schlamms ist die Inbetriebnahme bereits im kommenden Jahr geplant.

Da Klärschlamm als notwendiges Produkt der Abwasserreinigung anfällt, wird mit den geplanten Kapazitätserweiterungen auch das Klärschlammaufkommen steigen. Die Klärschlammbehandlung umfasst die Verfahrensstufen Eindickung, Stabilisierung, Entwässerung und Entsorgung. Um die künftig anfallenden Schlammmengen betriebssicher behandeln zu können, sind Ertüchtigungsmaßnahmen in diesen Behandlungsstufen notwendig.

Im Bereich der Schlammbehandlung wird zurzeit das Gebäude zur Schlammentwässerung erweitert und es werden zwei neue Speicherbehälter mit je 250 m³ Nutzinhalt zur Bewirtschaftung des anfallenden Schlammwassers errichtet. Bis 2010 erfolgen die Fertigstellung des Gebäudes und die Ausstattung der Schlammbehandlung mit neuen Eindick- und Entwässerungsmaschinen.

Mit diesen Ausbau- und Erweiterungsmaßnahmen ist die FREIBERGER ABWASSERBESEITIGUNG gut gerüstet, um ihre Entsorgungsaufgaben im Bereich der Abwasserableitung und -reinigung bei steigendem Abwasseraufkommen effizient und in guter Qualität zu erfüllen.

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Empfehlung


<<  März 2017  >>
 Mo  Di  Mi  Do  Fr  Sa  So 
    1  2  3  4  5
  6  7  8  9101112
13141516171819
20212223242526
2728293031