Kloster Nimbschen (Foto: Thomas Braun, Klinga)Mit einer Vielzahl von Aktivitäten will sich Grimma in den nächsten Jahren als Stätte der Reformation in einer Form präsentieren, die der Muldestadt mit ihren historischen Klöstern Grimma und Nimbschen zukommt. Allgemein bekannt ist, dass Martin Luther mehrfach in Grimma predigte und dabei vor allem gegen den Ablasshandel Tetzels auftrat. Vor allem aber ist es das Kloster Nimbschen, in dem Luthers spätere Ehefrau, die Nonne Katharina von Bora, 13 Jahre lebte und dessen heute romantisch anmutende Ruine unverändert für die Bekanntheit des Muldentals sorgt.

Nachdem auch hier aus Anlass des 450. Todestages von Martin Luther 1996 und des 500. Geburtstages seiner Käthe 1999 gedacht und gefeiert worden war, bietet der 500. Jahrestag des Thesenanschlags 2017 erneut Gelegenheit für eine historische Rückschau auf die Reformation und seine Protagonisten.

Die deshalb im anhaltinischen Wittenberg ins Leben gerufene Lutherdekade, soll auch in Sachsen begangen werden. Seit diesem Jahr ist unsere Stadt Mitglied des Europäischen Tourismusverbundes „Stätten der Reformation“ e.V. Deren Mitgliedsstädte stimmen im Rahmen des Verbundes ihre kulturellen und kulturtouristischen Maßnahmen ab, machen sie europaweit bekannt und unterstützen ihre Vermarktung z.B. mit regelmäßigen Auftritten zur Internationalen Tourismusbörse Berlin. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentrale für Tourismus, soll das internationale Interesse an den Mitgliedsstädten der Luthertour weiter entwickelt werden. So kann man mit Sicherheit mit einem wachsenden Besucherinteresse rechnen. Ein Konzept der wichtigsten infrastrukturellen, kulturellen und touristischen Veranstaltungen und Maßnahmen soll bis zum Jahresende erstellt sein. In diesem Zusammenhang sei betont, dass in konstruktiver Zusammenarbeit Maßnahmen von Vereinen, Museen und Kirchgemeinden sowie private Initiativen einfließen sollen. Ein wichtiger Schwerpunkt sollen dabei Projekte mit Kindern und Jugendlichen sein, welche die junge Generation zur Beschäftigung mit der Thematik anregen.

Mit der diesjährigen Restaurierung der Gedenktafel in der Klosterruine wurde deutlich, dass sich die Grimmaer für das ideelle Erbe der Stadt verantwortlich fühlen. Dass dies auch für die Unternehmer und Gewerbetreibenden gilt, machte die Grimmaer Malerfirma Mohr mit der unentgeltlichen Restaurierung der Gedenktafel im Kloster Nimbschen deutlich. Nachahmer, die sich mit Sachleistungen und Geldspenden an der weiteren Ausstattung der Klosteranlage mit Bänken und Sitzgruppen, einer Bühne und ähnlichem beteiligen wollen, werden gesucht.

Einige der wichtigsten Maßnahmen im Rahmen der Lutherdekade sollen hier genannt sein:

  • Mit der Sichtbarmachung des Grundrisses der Klostergebäude wäre die Attraktivität der Klosteranlage bedeutend aufzuwerten.
  • Mit einer Neuinszenierung des Theaterstückes „Nimbschen und der Nonnen Flucht“ würde eine wichtige Grimmaer Tradition aufleben.
  • Im November (Luthers Geburtsmonat) 2013 sollen mit der Ausrichtung des „Festivals der Reformation“ Gäste aus ganz Deutschland und aus dem Ausland nach Grimma gezogen werden.
  • Spezielle Souvenirs und neue regionale Publikationen zu Reformation, Katharina von Bora, ihrem berühmten Gatten und seinen Mitstreitern im Muldental sind in Vorbereitung.

Die Luther- oder Reformationsdekade, das damit verbundene An- und Nachdenken über die „historische Sensation“ der Nimbschener Nonnenflucht ist geeignet, Aktivitäten auszulösen, um unsere Stadt noch schöner, attraktiver und bekannter zu machen und die Anzahl von Tagesbesuchern und Übernachtungsgästen weiter zu erhöhen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 03437/ 9858286

Literatur / Souvenirs - erhältlich in der Stadtinformation Grimma

Literatur:

  • Buch "Grimma und Nimbschen" Zur Zisterzienserkultur im Muldental
  • Buch "Martin Luther"

Souvenirs:

  • Katharina-Socken
  • diverse Post- und Klappkarten, Lesezeichen
  • Kochbuch "Rezepte und Spezialitäten aus der Lutherstadt Wittenberg"
  • Ansicht A4 Katharina von Bora

Foto: Kloster Nimbschen | Thomas Braun | www.muldental-foto.de