Der Seume-Literaturpreis 2009 geht an Helga M. Novak für ihre Gedichtsammlung „wo ich jetzt bin“.

Die Juroren des Seume-Literaturpreises [Prof. Dr. Peter Winterhoff-Spurk (Saarbrücken/Leipzig), Dr. Thomas Frantzke (Leipzig), Andreas Reimann (Leipzig

/Seume-Literaturpreisträger 2007)] haben sich einstimmig für das Werk von Helga M. Novak entschieden. So erhält in der jungen Geschichte des Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreises erstmals eine Frau den Preis. Der von der Sparkasse Muldental gestiftete Preis in Höhe von 3000 Euro wird in einer öffentlichen Festveranstaltung im Rathaussaal am 05. Dezember um 19.00 Uhr an Helga M. Novak verliehen. Die Laudatio wird der Preisträger von 2007, Andreas Reimann halten.

Die 1935 in Berlin geborene Schriftstellerin gilt immer noch als die große Unbekannte in der deutschen Literatur. Ihr Leben und Werk verdienen es aber, aufs Neue entdeckt zu werden. Helga M. Novak wurde als Journalistin in Leipzig ausgebildet, später studierte sie am berühmten Leipziger Literaturinstitut. Doch regimekritische Flugblätter führten zu ihrer Ausbürgerung aus der DDR. Helga M. Novak lebt heute in einem kleinen polnischen Dorf und besitzt die isländische Staatsbürgerschaft.

Neben Reportagen, Prosatexten und zwei autobiographischen Romanen fand Helga M. Novak in der Lyrik ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Ton. Ihre Lyrik ist geprägt von klarer und eindringlicher Sprache, ohne zu beschönigen. Es sind Gedichte, die soziale und politische Zeitumstände mit der eigenen Erfahrung kombinieren, zuletzt mehr und mehr auch Naturlyrik, geprägt von der märkischen Kindheit.

In einer Rezension zu „wo ich jetzt bin“ heißt es: „Lakonische Wahrhaftigkeit und die gelebte weibliche Autonomie machen diese Poesie aus vier Jahrzehnten so lebendig und lesenswert.“ (Der Tagesspiegel).

Der Literaturnobelpreisträger von 1999, Günter Grass, nennt Helga M. Novak: „Eine bedeutende deutsche Lyrikerin.“ Auch dies ist eine Auszeichnung.