Preis bleibt erneut in der Altstadt
Verleihung zum Tag des offenen Denkmals an Pfarrgasse 33

Einmal im Jahr – und zwar stets am Tag des offenen Denkmals - wird ein Bauherr in der Universitätsstadt mit dem Sanierungspreis der Stadt Freiberg geehrt. In diesem Jahr überzeugte Familie Lutz mit ihrem Gebäude Pfarrgasse 33 die siebenköpfige Jury.

Damit bleibt der Freiberger Sanierungspreis erneut in der Altstadt. Zehnmal ist er bisher verliehen worden, erst einmal außerhalb der Altstadt: Im vergangenen Jahr hatte der Bauherr des Hospitalgutes, das schon für den Abriss vorgesehen war, für seine hervorragende Sanierung diese Ehrung erhalten.

Auch für die Zukunft des diesjährigen Siegerobjektes sah es nicht gut aus.

Das Haus an der Ecke Pfarrgasse/Jakobigasse befand sich in einem sehr maroden Zustand, war teilweise einsturzgefährdet. Doch jetzt kann sich das aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude wieder sehen lassen. „Der Eigentümer hat mit großem Engagement eine gelungene Sanierungslösung gefunden und umgesetzt, und damit dieses stadtgeschichtlich und auch städtebaulich sehr wichtige Haus erhalten“, lobt Bürgermeister Holger Reuter. Damit sei „ein weiterer Meilenstein in der Freiberger Sanierungstätigkeit gesetzt.“ Dass der Sanierungspreis einen hohen Stellenwert unter den Freibergern genießt, zeigt die Resonanz. Denn alljährlich werden zahlreiche Vorschläge für diesen Preis eingereicht, in diesem Jahr gab es sieben. Diese sieben Gebäude stehen stellvertretend für viele, die in den zurückliegenden Monaten saniert worden sind, die „zu einem noch schöneren Stadtbild beitragen“, freut sich Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm über das Engagement der Bauherren. So werde auch Stück für Stück Freiberger Identität bewahrt. Das historische Erscheinungsbild der Stadt, das zudem einen wichtigen touristischen Vermarktungsfaktor darstellt, werde weiter vervollständigt und aufgewertet. „Daran haben viele Einwohner als Bauherren großen Anteil.“ Honoriert wird dieses Engagement seit 1999 mit dem Freiberger Sanierungspreis. Einem Preis, der für besonders gelungene Sanierungen verliehen wird.

Zehn Bauherren konnten sich bisher über diese Anerkennung der Stadt Freiberg freuen und an ihrem Haus die Plakette „Sanierungspreis der Stadt Freiberg“ anbringen.

Für den Sanierungspreis 2009 eingereichte Vorschläge

  • Wohnkomplex Kirchgasse 12a/ Domgässchen 6.
  • Eigentumswohnanlage Kreuzgasse 1 und 3
  • Studentenwohnanlage Leipziger Straße 11
  • Wohnhaus Pfarrgasse 33
  • Wohnhaus Schillerstraße 7
  • Wohnhaus Stollngasse 8

Bewertet wurden die Vorschläge durch eine Jury, die ihr Augenmerk nicht nur auf die städtebauliche und architektonische Gestaltung sowie die innere Sanierung richtete, sondern auch auf die Übereinstimmung von Nutzung und historischer Bausubstanz.

Bürgermeister Holger Reuter zeigt sich beeindruckt von den hervorragenden Sanierungsleistungen. „Die Stadt Freiberg lebt von der Initiative ihrer Bürger und dies findet ihre Würdigung, indem zum Tag des offenen Denkmals nicht nur der Preisträger ausgezeichnet wird, auch die anderen Bauherren werden für ihre Sanierungsleistung gewürdigt.“ Denn alle haben dazu beigetragen, Attraktivität Freibergs zu verbessern. „Deshalb möchte ich potenzielle Bauherren ermutigen, sich auch weiterhin für die Sanierung von Gebäuden unserer Stadt zu engagieren.“ Dafür sollen im Haushaltsplan 2010 wieder umfangreiche finanzielle Mittel zur Unterstützung privater Sanierungsvorhaben zur Verfügung stehen.

Voraussetzung für die Vergabe des Sanierungspreises ist, dass das Grundstück fertig gestellt ist und der Abschluss der Bauarbeiten nicht länger als fünf Jahre zurückliegt. Ein Objekt darf nicht öfter als zweimal vorgeschlagen werden.

Ausgelobt wird der seit 1999 jährlich vergebene Preis durch die Stadt Freiberg gemeinsam mit der Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden AG Investment & FinanzCenter Freiberg. Er ist mit 1.500 Euro dotiert. Das Siegerobjekt wird jeweils durch eine Plakette aus Freiberger Porzellan als Preisträgerhaus ausgewiesen.

Der Sanierungspreis wird alljährlich zum Tag des offenen Denkmals vergeben. So auch in diesem Jahr: am 13. September, 14 Uhr. Dann kann das Haus auch besichtigt werden.

Bisherige Preisträger:

  1. 1999 Tobias Neubert für sein Bürgerhaus Pfarrgasse 20 2000 Claus-Dieter Haupt für sein Bürgerhaus Pfarrgasse 22
  2. 2001 Petra Bergmann Welp für ihr Bürgerhaus Wasserturmstraße 34
  3. 2002 Eigentümergemeinschaft für die Kreuzgasse 7
  4. 2003 Eva-Maria und Lothar Pirl für ihr Wohnhaus Petriplatz 9
  5. 2004 Chemnitzer Verlag und Druck GmbH&Co.KG für Obermarkt 11/12 und Kirchgässchen 1
  6. 2005 Rüdiger Grimm für sein Wohnhaus Donatsgasse 13
  7. 2006 Matthias Schulz für sein Wohnhaus Moritzstraße 5
  8. 2007 Heiko Dietrich für sein Wohnhaus Domgasse 1/3
  9. 2008 Beteiligungsgesellschaft GmbH und Co.KG für das Wohn- und Geschäftshaus Lessingstr. 53 (ehemaliges Hospitalgut)

Die Jury

Zur Jury gehören der erste Bürgermeister als Vorsitzender, der Leiter der Deutschen Bank Freiberg als stellvertretender Vorsitzender, die Leiterin des Stadtentwicklungsamtes, die Leiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde, ein Mitglied des Ausschusses für Technik und Umwelt, ein Mitglied des Kulturausschusses des Stadtrates und ein Vertreter des Freiberger Altertumsvereins.