QuadbefahrungDas Thüringer Unternehmen LEHMANN + PARTNER GmbH fotografierte in den letzten Wochen mit einem dafür ausgerüstetem Fahrzeug die Straßen der Stadt Grimma und dazugehörigen Ortsteilen.

Die visuelle Erfassung der Straßen stellt die Ausgangsbasis für die wirtschaftliche Ermittlung der Infrastruktur dar. Diese erfolgte durch die sogenannte Einzelbildbefahrung mit einem Einzelbildbus. Dieser Bus ist mit vier Kameras und viel Hightech in dessen Inneren ausgestattet. Längen und Breiten, Spurrinnen, Schlaglöcher, Buckel und Netzrisse werden auf den so entstehenden Fotos festgehalten. Grund des Projektes ist, dass die Stadt detaillierte Informationen über den Bestand und den Zustand ihres Straßen- und Wegenetzes erhält. So können die finanziellen Mittel zur Reparatur zielgerichteter eingesetzt werden. „Ohne detaillierte Erkenntnisse über das Straßennetz einer Kommune ist keine vernünftige Erhaltungsplanung denkbar", sagen Experten.

Der Großteil des Straßenetzes der Stadt Grimma konnte dadurch erfolgreich erfasst werden. Da jedoch nicht alle Straßen mit dem Einzelbildbus befahren werden konnten, kommen nun weitere Technologien zum Einsatz. Dies betrifft beispielsweise zu enge Gassen im Innenstadtbereich oder aber auch durch höhen- und standortbedingte Hindernisse versperrte Wege. Für diese Bereiche erfolgt die Befahrung nun mit einem Einzelbildquad. Dieses Fahrzeug dokumentiert mit einer Kamera den gesamten Straßenbereich. Die geringe Größe und der Allradantrieb des Quads ermöglicht zudem den flexiblen Einsatz in unwegsamen Gebieten. Diese Befahrung wird ab ca. 32. Kalenderwoche auf den noch nicht erfassten Straßen und Wegen der Stadt Grimma erfolgen. Die Kamera richtet sich dabei ausschließlich auf die zu erfassenden Wege. Es muss somit kein Bürger befürchten, unfreiwillig abgelichtet zu werden. Alle Einzelbilder gehen nach Projektabschluss in das Eigentum der Stadt Grimma über und sind dort ausschließlich für den internen Gebrauch in den Fachabteilungen bestimmt.

Mit den anfallenden Daten wird darüber hinaus der Wert des gesamten Straßensystems taxiert. Dies ist für die Erstellung einer Eröffnungsbilanz bei der Umstellung der kommunalen Haushaltsführung von der Kameralistik auf das betriebswirtschaftliche basierende Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR) erforderlich. Hier muss die Stadt ihr gesamtes Anlagevermögen in einer Bilanz ausweisen.