Erste Ehrenmedaille der Universitätsstadt Freiberg verliehen

Die erste Ehrenmedaille der Stadt Freiberg erhielt heute (18. September) während des Empfangs des Oberbürgermeisters anlässlich des 10. Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerbes Kirchenmusikdirektor i. R. Dietrich Wagler für seine Verdienste um die Etablierung der Stadt Freiberg als ein bedeutsames Kulturzentrum Sachsens. Mit der neuen Ehrengabe der Universitätsstadt sollen künftig Personen gewürdigt werden, die sich auf besondere Weise um die Entwicklung der Stadt oder das Wohl ihrer Bürger verdient gemacht haben. Eine entsprechende Satzung hatte der Stadtrat Ende des vergangenen Jahres beschlossen und schuf somit die Grundlage für eine besondere Ehrung, die unabhängig von der Art des Engagements ist und so die Möglichkeit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts und des Bürgerpreises ideal ergänzt, erklärt Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm. Das Ehrenbürgerrecht wird in besonderen Fällen für herausragende Leistungen um die Stadt Freiberg vergeben, während die Stadt mit dem Bürgerpreis ehrenamtlich Engagierte auszeichnet.

Dietrich Wagler, geboren 1940 in Mildenau, war von 1986 bis 2001 Kantor, Organist und Kirchenmusikdirektor am Freiberger Dom. Hier wusste er die besonderen Möglichkeiten, die der Freiberger Dom insbesondere mit der Großen Silbermannorgel bietet, mit beachtenswertem Engagement zu nutzen, um Freiberg als Zentrum der barocken Orgelmusik im mitteldeutschen Raum zu etablieren. Allein während seiner Amtszeit fanden rund 400 wöchentliche Orgelmusiken von Mai bis Oktober als traditionelle Abendmusiken statt, die von ihm mit hohen künstlerischen Ansprüchen konzipiert worden sind. Es gelang Wagler dafür zahlreiche bekannte Organisten des In- und Auslandes zu verpflichten. Diese traditionelle Donnerstags-Konzertreihe ist ein Markenzeichen der Stadt und festigte den guten Ruf Freibergs als bedeutsames Musikzentrum im Herzen Sachsens. Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit stand ohne Zweifel die Pflege des Silbermannschen Erbes. Dietrich Wagler zählte 1990 zu den Gründungsmitgliedern des Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e. V. und übernahm hier die Aufgabe des Vizepräsidenten, später die ebenfalls ehrenamtliche Funktion des Präsidenten.

Die künstlerische Entwicklung der regelmäßig stattfindenden Silbermann-Tage sowie der seit 1993 zweijährlichen Internationalen Gottfried-Silbermann- Orgelwettbewerbe, bei denen er seit 1997 Leiter der internationalen Jury ist, sind durch Dietrich Wagler maßgeblich geprägt worden. Ebenso war er 2003 maßgeblich an der Gründung des Vereins ECHO „Europäische Städte mit historischen Orgeln“ beteiligt.

Mit dem 2007 in Freiberg stattgefundenen 82. Deutschen Bachfest der Neuen Bachgesellschaft setzte er einen weiteren Kulturhöhepunkt in Sachsen und festigte auch damit erheblich das Image Freibergs als sächsisches Silbermann- und Orgelzentrum.

„Wenn heute von Freiberg nicht nur als Bergstadt, Silberstadt oder Universitätsstadt die Rede ist, sondern unsere Stadt auch international als ´Orgelmekka` bezeichnet wird, dann hat Dietrich über viele Jahre ganz wesentlich zu diesem Ruf beigetragen“, betonte Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm und wünschte Dietrich Wagler, dass er „noch lange im Namen Silbermanns und Freibergs musikalische Leidenschaft lebt und aktiv bleibt.“ Gestaltet hat die Freiberger Ehrenmedaille der bekannte Dresdner Medaillenkünstler Peter Götz Güttler. Der 1939 in Greifswald geborene Wahl-Dresdner hat die Freiberger Ehrenmedaille unter anderem an das Motto „Zukunft aus Tradition“ angelehnt und bei der Darstellung eine Freiberger Schachtanlage abstrahiert. Die künstlerisch hochwertige Gussmedaille ist aus massivem Silber und hat einen Durchmesser von zehn Zentimetern.