Ergebnisse der Einwohnerbefragung in der Altstadt von Grimma

Vor zwei Jahren fand in der Altstadt von Grimma eine Befragung statt, bei der untersucht wurde, wie die Bewohner verschiedene Hochwasserschutz- und Vorsorgemaßnahmen bewerten und welche sie möglicherweise selbst durchführen. In diesem Rahmen wurde ein Fragebogen an die Einwohner der Altstadt verteilt. Die Befragung wurde im Rahmen einer Diplomarbeit im Studienfach Geographie durchgeführt. Sie entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und der Humboldt-Universität zu Berlin.

Die Diplomarbeit wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen und ist Anfang dieses Jahres als UFZ-Bericht erschienen – „Hochwasser & Eigenvorsorge – Untersuchung von Einflussfaktoren persönlicher Schutzmaßnahmen“. Als Eigenvorsorge definiert wurden alle Kenntnisse und aktiven Vorsorgemaßnahmen, die Individuen oder Haushalte besitzen oder durchführen, um sich vor Hochwasser zu schützen. Außerdem wurde ausgewertet, wie die Bewohner der Altstadt verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen bewerten.

Einige Ergebnisse

Die Befragung hat unter anderem ergeben, dass über 80 Prozent der Bewohner der Altstadt von Grimma wissen, wo und wie sie sich bei einer erneuten Hochwasserwarnung informieren können. Die meisten Befragten würden sich im Fall eines bevorstehenden Hochwassers über ein Element oder mehrere Elemente des lokalen Warnsystems der Stadt Grimma informieren – besonders häufig wurde der Fernsehsender Muldental TV und die Pegelkamera an der Pöppelmannschen Steinbrücke angegeben. Sehr oft wurden auch das Internet und die anderen Medien (Fernsehen, Zeitung, Videotext, Radio) genannt.

Neben diesen Informationsquellen, die von der Technik abhängig sind, gaben einige Befragte an, bei einer Hochwasserwarnung den Fluss zu beobachten oder sich bei Freunden und Nachbarn zu informieren.

Über Vorsorgemaßnahmen, die bereits vor dem Eintritt einer Hochwasserwarnung getroffen werden können, fühlen sich hingegen weniger als die Hälfte der Bewohner der Altstadt sehr gut oder eher gut informiert.

Die Befragung hat aber auch gezeigt, wie gern die Menschen in der Altstadt leben und wie attraktiv diese als Wohnort ist. Auf die Frage: „Würden Sie einem guten Freund raten, in die Altstadt von Grimma zu ziehen?“ antworteten 83 Prozent mit „Ja“ und nur 12 Prozent beziehungsweise 5 Prozent mit „Weiß nicht“ oder „Nein“.

Diese und alle anderen Ergebnisse der Befragung dürften für die Grimmaer Bevölkerung sehr interessant sein. Der vollständige UFZ-Bericht ist unter folgender Adresse kostenfrei im Internet zugänglich: http://www.ufz.de/data/ufz_bericht_3_2010_14255.pdf