1. Floorball‐Bundesliga Damen: Bittere Niederlage in der Fremde – Wikingerinnen verlieren erstes Finale mit 4:3 (1:1; 2:1; 1:1)

Bei schönstem Sommerwetter trafen am Sonntag, den 03.04.2011, die beiden besten deutschen Damen‐ Teams im Finale um die Deutsche Meisterschaft aufeinander. Aufgrund der letzten knappen Ergebnisse wurden auch in der Fachpresse die Chancen für beide Teams mit 50:50 eingeschätzt. Dabei wollten die Wikingerdamen den Rückenwind ihres siegreichen Vereinsnachwuchses mit in das Finalspiel nehmen. Denn noch am Vormittag hatte die U13 von Stammverteidigerin Susann Schiller den Weißenfelser Nachwuchs in deren Halle mit 6:5 bezwungen. Eine Woche davor war es die Grimmaer U15, die die Regionalmeisterschaft gegen eben diesen Gegner für sich entscheiden konnte. Und auch die 1. Bundesliga‐Herren des MFBC Löwen Leipzig waren am vorangegangenen Samstag im ersten Halbfinale siegreich gegen die Bänker. Doch die Erfolgsserie riss und die Wikinger‐Damen unterlagen knapp mit 4:3 gegen die UHC‐Damen.

Die Voraussetzungen für ein spannendes und hoch dramatisches Match waren angerichtet, doch beide Teams hatten mit einer stickigen und sehr warmen Hallenluft zu kämpfen. Da die Grimmaerinnen im Vorfeld eine Vielzahl erkrankter Spielerinnen zu verzeichnen hatte, die wie das Verteidigerpaar Susann Schiller und Franziska Stöckel trotzdem die Stöcke aufs Feld trugen, war es kein gutes Omen, um ein solches Finale zu bestreiten. Trotzdem gelang Grimma der bessere Einstieg: Topscorerin Anne‐Marie Mietz war es in der 3. Minute, die zum 1:0 nach Vorlage von Ulrike Müller einschoss. Leider hielt der Vorsprung nicht lange, denn bereits vier Minuten später erzielte die Topscorerin der Gegenseite, Pauline Baumgarten, auf Vorlage von Sara Patzelt den Ausgleich. Auf beiden Seiten waren es auch wieder die Torhüterinnen, die über die gesamte Spielzeit mit guten Aktionen glänzten und an den jeweiligen Gegentreffern keinerlei Schuld hatten. Die Anzahl der Abschlüsse im ersten Drittel waren auf beiden Seiten gleich, so dass von einer Überlegenheit eines Teams nicht gesprochen werden konnte. Allerdings waren die Grimmaerinnen in der Auslösung zu limitiert, da die Weißenfelser Defensive versuchte, die Räume gut zuzustellen. Das Spiel mit hohen Bällen in die Spitze wurde dann zu sehr übertrieben, obwohl sich hierauf die Weißenfelserinnen schwerlich einstellen konnten.

Die Situation im zweiten Drittel war analog dem ersten. Auch hier waren es wieder viele Abschlüsse auf beiden Seiten, die öfters geblockt werden konnten. Gerade die etatmäßigen Center in beiden Grimmaer Linien, Fanny Gatzke und Sonja Dietel, trennten sich zu langsam vom Ball. Aufgrund der erstickten Laufbereitschaft des Offensivpersonals fehlten hier auch die Anspielstationen. Dennoch gelang Mietz gleich zu Beginn die erneute Führung. Diese währte noch nicht einmal 30 Sekunden, da war es die UHC‐Kapitänin Magdalena Tauchlitz, die den Ausgleich erzielte. Nun griffen die Schiedsrichter nach Auffassung des Trainergespannes Ralf Kühne und Marcus Linke zu sehr in das Spielgeschehen ein: Stockschläge und Schutzraumvergehen bei Torversuchen und ‐erfolgen blieben ungeahndet. In der 35. Minute gingen die Weißenfelserinnen durch ein Tor von Patzelt erstmals in Führung und gaben diese letztendlich auch nicht mehr ab. Allerdings ging diesem Tor in der Grimmaer Hälfte ein Foul an Stefanie Reinhardt voraus, die im Fallen durch einen Stockschlag im Nackenbereich getroffen wurde. Im Ergebnis konnte Reinhardt das Spiel nicht beenden und liegt aufgrund einer Gehirnerschütterung auch noch zur Beobachtung im Krankenhaus. Der Schiedsrichter stand bei dieser Situation in der Nähe und erklärte auf Reklamation der Grimmaer Mannschaftskapitänin Juliane Hoffmann, dass er dies durchaus gesehen habe. Allerdings blieb er die Antwort schuldig, weshalb er das Spiel nicht durch Pfiff wegen des Fouls unterbrochen und dadurch das Tor annulliert hat. Durch diese unglücklichen Tatsachenentscheidungen und die eigene mangelnde Chancenverwertung rannten die Wikingerinnen dem Rückstand hinterher. Auch die Weißenfelser Damen ließen weitere Chancen liegen, so dass bei beiden Teams der Substanzverlust zu spüren war. Insofern kam es auf das letzte Drittel an.

Aufgrund mangelnder Alternativen, Reinhardt zu ersetzen, erfolgte die Umstellung auf drei Verteidiger, die permanent wechselten. Die Belastung zollte seinen Tribut, so dass die ohnehin angeschlagenen Spielerinnen Schiller und Stöckel gänzlich aus dem Spiel genommen werden mussten und das ohnehin schon rotierende Offensivpersonal die Defensivplätze einnahm.

Erneut war es dann Scharfschützin Baumgarten, der das vorentscheidende vierte Tor gelang. Gerade das straffe Passspiel im und durch den Grimmaer Torraum sollte vermieden werden und führte sogar zum Torerfolg. In dieser konkreten Situation war es Jennifer Thomas, die zwar an der richtigen Stelle stand, allerdings den Pass im Setzen des Blockes durch die Beine gespielt bekam und Torfrau Thomas unglücklich jegliche Sicht nahm.

Nun blieben Grimma noch acht Minuten Zeit, das Blatt zu wenden, denn durch dieses Tor ging ein Ruck durch das Gästeteam. Es kam zu einigen viel versprechenden Angriffen, obwohl kritisiert werden muss, dass einige Spielerinnen trotz Müdigkeit zu sehr mit dem Ball liefen, anstatt diesen selbst laufen zu lassen. „Der Ball schwitzt nicht! Daher ist es manchmal unerklärlich, weshalb einfache Dinge nicht umgesetzt werden.“, meinte Kühne dazu nach dem Abpfiff. Erst zehn Sekunden vor Schluss, nachdem Torhüterin Thomas durch eine sechste Feldspielerin ersetzt wurde und Weißenfels eine Zeitstrafe erhielt, gelang Sonja Dietel im zweiten Anlauf der Anschlusstreffer. In zehn Sekunden kann im Floorball zwar noch sehr viel passieren, aber leider gelang es den Grimmaerinnen nicht, nach dem Bully nochmals in einen schussgefährlichen Ballbesitz zu kommen.

Es blieb letztendlich beim verdienten 4:3‐Heimerfolg der Saalestädterinnen. Nun ist es an den Wikingerinnen, sich gesundheitlich zu stabilisieren und Fehler zu analysieren. Im Rückspiel am Sonntag, den 10.04.2011, um 14.00 Uhr, in der Muldentalhalle Grimma benötigen die Grimmaerinnen jedwede Unterstützung, um in der Serie „bestof‐ three“ das dritte Entscheidungsspiel am 16.04.2011 zu erzwingen. „Es ist noch nicht vorbei!“ und eine erneute Rabattflyer‐Aktion (Erwachsene zahlen 4,00 statt 5,00 Euro und Ermäßigte 2,00 statt 3,00 Euro) soll für volle Ränge sorgen.

Daniela Thomas [T], Maria Lipfert [T], Susann Schiller, Franziska Stöckel, Fanny Gatzke (0 Tore/1 Assist/0´ Strafminuten), Anne‐Marie Mietz(2/0/0´), Ulrike Müller(0/1/0´), Sonja Dietel(1/0/0´), Stefanie Reinhardt, Juliane Hoffmann [C], Jennifer Thomas(0/1/0´), Mariana Döring, Elke Blöhbaum, Bianca Lucker, Laura Naumann, Lisa‐ Marie Hahn