Geschrieben von: Freiberg   
Mittwoch, den 15. Dezember 2010 um 19:19 Uhr

Freiberg versinkt im Schnee

Viel Schnee erfordert auch viel gegenseitiges Verständnis - Verkehrsrechtliche Anordnungen und Sonderparkplätze sollen Entlastung bringen. Ein Thema beherrscht die Stadt: der Schnee. Rund um die Uhr sind Hauseigentümer und Winterdienstunternehmen im Einsatz, doch der weißen Pracht ist derzeit kaum Herr zu werden. Neben den regulären Einsatzfahrzeugen sind bereist sechs zusätzliche Lkw und fünf Radlader sowie ein Radbagger zum Schneeabtransport in verkehrswichtigen Straßen im Einsatz.

Ständige Verbindungen zwischen der Rettungsleitstelle, der Polizei und dem ÖPNV mit der Stadtverwaltung sorgen dafür, dass stets und schnell reagiert werden kann – aber eben nicht überall und sofort. „Wir müssen Prioritäten setzen“, weiß Kerstin Titze, stellvertretende Tiefbauamtsleiterin. Dafür bittet Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm „alle Bürger und Gäste unserer Stadt um Verständnis“.

Längst suchen die Mitarbeiter der Verwaltung nach weiteren Möglichkeiten der Entlastung für die Verkehrssituation in der Stadt. Seit 6. Dezember wird der Schnee bereits aus der Altstadt abgefahren, für folgende Straßen beginnt dies mit schwerer Technik und Transportern so wie es möglich ist, wenn die dort parkenden Autos die Straße verlassen haben.

Eine entsprechende Beschilderung ist angebracht: Nonnengasse, Wasserturmstraße, Talstraße, Fischerstraße, Bahnhofstraße, Kesselgasse, Meißner Gasse, Lessingstraße, Külzstraße, Am Bahnhof und Stollnhausgasse. Mit Hochdruck werden auch Ausweich-Parkmöglichkeiten geprüft wie u. a. Schulhöfe. „Hier könnten wir dann allerdings nur die Zufahrt gewährleisten. Denn wenn die Plätze beparkt sind, ist ein Beräumen unmöglich“. Darauf weist Bürgermeister Sven Krüger hin.

Weitere Entlastung sollen kurzfristige Verkehrsanordnungen bringen. So wird ab morgen (Donnerstag, 16. Dezember), daher u. a. der Franz-Kögler-Ring aus Richtung der B 101 (Brander Straße) in Richtung B 173 (Chemnitzer Straße) als Einbahnstraße ausgewiesen. So kann Gegenverkehr vermieden und ein besserer Verkehrsfluss erreicht werden.

Diese Regelung ist für weitere Straßen vorgesehen. Die Freiberger werden gebeten, auf die Sonderbeschilderungen zu achten. Auch hierbei gilt: Es muss schnell gehen. Bei neu aufgestellten Verkehrsregelungen dürfen Fahrzeuge, die dort geparkt sind, eigentlich erst nach 72 Stunden abgeschleppt werden. Um hier schneller voran zu kommen, werden die Fahrzeughalter gebeten, die Beschilderung zu beachten und ihre Fahrzeug umzuparken. Im Gegenzug versucht das Ordnungsamt, die Fahrzeughalter zu ermitteln und zu benachrichtigen.

Trotz aller Bemühungen laufen in der Stadtverwaltung die Telefonleitungen heiß, beschweren sich die Bürger ob nicht beräumter Straßen oder Wege. Verständnis gibt es da wenig.

Dabei beginnt der Arbeitstag für alle im Winterdienst eingesetzten städtischen Mitarbeiter verstärkt durch Fremdfirmen gegen 2.30 Uhr, im Zwei-Schicht-System – sieben Tage die Woche. Das ist längst geregelt. Schon Ende Juli stand der Winterdienstplan fest, flexible Änderungen eingeschlossen. Doch sowohl personell und maschinell, wie auch finanziell „ist irgendwo Schluss“, weiß Kerstin Titze.

Denn das Schneeberäumen auf den 140 Kilometer zu beräumenden Straßen ist durch zahlreiche Einmündungen – durchschnittlich alle 50 Meter eine – erschwert. Hier können die Schneepflüge und andere Einsatzfahrzeuge nicht „einfach durchfahren“, sondern müssen die Einmündungen extra freihalten.

Das kostet Zeit. Erschwert wird das Beräumen zudem durch parkende Autos am Straßenrand. Hier weist das Ordnungsamt darauf hin, dass die Straßenreinigungszeiten weiter gelten. In dieser Zeit, wo sonst die Kehrmaschinen durch die Straßen fahren, sollen diese beräumt werden. „Dazu ist es wichtig, dass keine Autos dort geparkt sind“, betont Antje Liebernickel, Ordnungsamtsleiterin. Sie weiß, dass diese Bitte derzeit doppelt schwer wiegt, aber nur mit gegenseitigem Verständnis „können wir der Lage Herr werden“.

Hinweis: Der Landkreis hat aufgrund der Witterung den Schülerverkehr für den Rest der Woche eingestellt. Wir weisen darauf hin, dass neben der Betreuung in den Schulen, die Horte in der Stadt Freiberg eine ganztägige Betreuung anbieten. Dafür fallen für die Eltern keine zusätzlichen Kosten an.

 

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