Lebendiges Tafelkunstwerk

Erleben Sie ein lebendiges Tafelkunstwerk auf Schloss Püchau! Ein heiteres Geist-, Musik- und Wortgefecht im Marmorsaal mit Plauderei über Mathieu Molitor & seine Zeit. Dem unbekannten bekannten Leipziger Universalgenie! 1873-1929, Graphiker, Maler & Bildhauer, Erschaffer der Figurengruppe zu Goethes "Faust" am Eingang zu Auerbachs Keller. Gestaltet von Benita Goldhahn und namhaften, kostümierten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft...

Zu Mathieu Molitor Maler, Graphiker und Bildhauer u.a. der Figuren vor „Auerbachs Keller“.
Molitor, der einige Jahrzehnte mit seiner Kunst das Bild der Stadt Leipzig geprägt hat, wartet heute auf seine - längst fällige - Wiederentdeckung.

Zum fünften Mal lädt Benita E. Goldhahn an die opulent geschmückte Tafel in den Marmorsaal ihres Familienschlosses ein. Freunde der schönen Künste nehmen an der Tafel Platz, streifen sich Kostüme vergangener Jahrhunderte über und disputieren, philosophieren , singen und spielen, transzendental die eigenen Grenzen überschreitend, der Zeit entfliehend. Der Phantasie und Kreativität werden keine Grenzen gesetzt, so weit sich der geistige Erguss um ein Thema bewegt: Mathieu Molitor und seine Zeit.

1873 ist der Maler, Bildhauer und Graphiker in Pickließem geboren, worauf Uta Reinshagen vorzügliche Limericks dichtete.

Feste Zusagen für die Tafelrunde hat die Schloßherrin u.a. von Bernhardt Rothenberger, Chef des Auerbachs Kellers. Er hat sich in „eigener Sache“ mit der bisher mehr oder weniger im Verborgenen gebliebenen Lebensgeschichte des künstlerischen Alleingängers beschäftigt. „Manchmal rangiert der Bekanntheitsgrad des Kunstwerks weit vor dem des Künstlers“, äußert er sich über die Faustsche Figurengrupe am Eingang seines Kellers als Phänomen.

Als der Koffer- und Taschenfabrikant Moritz Mädler 1912 den Auerbachs Keller in seiner neu entstandenen Mädlerpassage dem Zeitgeist entsprechend historisch herrichten ließ, beauftragte er u.a. Molitor zur Ausmalung. Der Künstler brachte den „Osterspaziergang „  aus Goethes Faust auf die Leinwand.

Diese Gegebenheit veranlasste Benita Goldhahn mit einem Osterspaziergang durch ihren Schlosspark im April das diesjährige Tafelkunstwerk einzuläuten.

Die darauffolgenden Monate nutzte B. Goldhahn zu Recherchen, bei wem tiefere Kenntnisse über Molitor, seine Kunstwerke und seine Zeit schlummern könnten und wer Lust verspüren könnte, sich über sein Lebenswerk und Zeitgeist zu äußern.

An die Tafel eingeladen sind wieder u.a.  Historiker Paul Otto Förster, Verleger Elmar Faber, Freiherr Speck von Sternburg, Literat  Dr. Günther Gentzsch, Architekt Rainer Ilg.

Große Freude kam auf, als Birgit Hartung, Kunstwissenschaftlerin, ihre Teilnahme zusagte. Sie schreibt derzeit ihre Doktorarbeit über den Vielbegabten Künstler. „Erstaunlich ist bei Mathieu Molitor vor allem die Breite seines Schaffens das auch eine Automobil- und Aviatik-Aktie, Salzfässchen, Möbel, aber  auch Werbung einschließt. Dabei zeugen seine Arbeiten sowohl von Ideenreichtum als auch von handwerklichem  Können.“, äußert sie sich im Gespräch.

  • Sepulkralforscher Alfred Otto Paul und Kunstsammler Bodo Pientka verfügen beide über Molitorsche Kunstwerke und haben ihr Kommen angekündigt.
  • Niels Gormsen und Hella Müller sind  Stammgäste  an Goldhahns Tafel. Als die Schloßherrin zu „Tischbein“ einlud,  verkörperte der Planunungsdezernent a. D. den leibhaftigen Goethe auf der Chaiselongue liegend. Wird er dieses Jahr mit seiner Freundin Hella den vielschichtigen Molitor mit seiner Frau Helene darstellen?
  • Professor Elmar Schenkel von der Leipziger Universität produzierte sich bereits bei “ Max Klinger“  als Kentaur mit Pfeil und Bogen schießend. In welche Gestalt wird er am 19. September schlüpfen?
  • Michael Hametner, mdr Moderator, las bei der „Adam F. Oeserschen Tafelrunde“ einen bis dahin noch unbekannten Liebesbrief Goethes an seine angebetete Friederike, Oesers Tochter. Auch dieses
  • Mal wird er Erstaunliches zu Tage fördern,  wie er Benita Goldhahn gegenüber verlautbaren ließ.
  • Wird  Künstlerin Britta Schulz den Vergleich oder Bezug zu Max Klinger wagen und was wird Baronin von Keyserlingk zum Besten geben?
  • Clemens Wachenschwanz und Axel Thielemann begeisterten  jedes Jahr  am  opulenten Tafelkunstwerk,  nicht nur ihrer  sonoren  Stimme wegen.
  • Ca. 50 Exlibris hat Molitor im Laufe seines künstlerischen Daseins geschaffen, u.a. für den renommierten Klavierbauer Blüthner. Selbstverständlich ist auch er an die Tafel geladen.
  • Freimaurer Dr. Günther Hempel freut sich schon heute an der Tafel über Faustsche Themen zu philosophieren.
  • Professor Rudhard Müller, Toxologieexperte, und Komponist Günter Neubert werden am Klavier erwartet, während drei Elfinnen vom Reclamgymnasium Lieder zum Besten geben.

Vielleicht steht ein Leipziger Künstler wieder im Erker des Saales an seiner Staffelei, beobachtet und malt die ganze Szenerie.

Das Publikum darf also gespannt sein , wie dieses Mal der Reigen an profunden Kunstkennern miteinander redet und sich befehdet, wie es sich einander die Bälle zum offenen Streit- oder Harmoniegespräch über die Tafelsbreite hinweg zuwirft, singt und spielt.

Falls die geneigten Zuhörer und Zuschauer Lust auf ausgefallene Robe haben, an diesem Nachmittag haben sie auf Schloß Püchau gute Gelegenheit dazu.

Vielleicht reizt es ja auch den einen oder anderen Gast von der Zuschauerreihe aus dem Molitorschen Schlagabtausch beizutreten…oder einfach nur  still das sublime Bild zu genießen.

Sibi, artis, amicis.

Benita E. Goldhahn
Schloss Püchau am 22.08. a. d. 2010

Ein künstlerischer Beitrag zur Kabinettausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig (12.8.-24.10.2010)

Kontakt und Infos: www.schloss-puechau.de

Fotos: Familie Goldhahn (Tafelkunstwerk), Thomas Braun, Klinga (Schloss)

Schloss Püchau