Geschrieben von: Göschenhaus Grimma   
Mittwoch, den 09. Juni 2010 um 19:26 Uhr

Ausstellung zum 200. Todestag von Johann Gottfried Seume im Göschenhaus
Das Göschenhaus – Seume-Gedenkstätte – wird vom 13. Juni bis zum 26. September seine diesjährige große Sonderausstellung Johann Gottfried Seume - Schriftsteller der Zeitenwende zeigen. Besucher können dann dem Dichter und Reisenden Johann Gottfried Seume (1763-1810) (wieder-)begegnen. Die gezeigten Objekte und Drucke aus zwei Jahrhunderten, allesamt im Besitz des Göschenhauses, möchten veranschaulichen, wie bewegt die Zeit war, in dem Seume lebte und wirkte, eine wirkliche Zeitenwende, die kaum einen Lebensbereich unverändert ließ, ob gesellschaftlich, politisch oder künstlerisch. Und mittendrin Seume!

Vergessen wird in der Ausstellung natürlich auch nicht, das schon fast legendär zu nennende Arbeitsverhältnis zu Georg Joachim Göschen (1752-1828), jene Jahre von 1797 bis 1801, die Seume in Grimma als Korrektor Göschens verbrachte. Rückblickend wird Seume dieser Zeit in Grimma und Hohnstädt viele kleine dichterische Denkmale errichten und so der Stadt an der Mulde den Eingang in die Literaturgeschichte verschaffen.

Die Ausstellung, zu der auch ein kleiner Katalog erscheinen wird, möchte im 200. Todesjahr an diesen Dichter erinnern und neu erinnern, möchte Menschen einladen, sich mit ihm einzulassen, mit seinem Leben und mit seinen Schriften. Aber Vorsicht: Sie könnten vom Seume-Virus infiziert werden, von dem schon Seumes Zeitgenossen oft genug befallen wurden. Denn kalt lässt Seume nun wahrlich niemanden!

Göschenhaus Grimma
Seume-Gedenkstätte
Ehemaliges Sommerhaus des Verlegers Georg Joachim Göschen (1752-1828) und seiner Familie.
Schillerstraße 25, 04668 Grimma
Tel.: 03437/ 91 11 18
www.goeschenhaus.de

Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr
(ansonsten jederzeit nach Vereinbarung)
Stündlich Führungen durch Landhaus und Garten, Gruppen nur nach Voranmeldung.


Grimma ehrt im Seume-Jahr den Sohn der Stadt

Die Stadt Grimma gedenkt in diesem Jahr ihres großen Sohnes Johann Gottfried Seume. Der Dichter und Vagabund (1763 bis 1810) hat gegenwärtig seinen 200. Todestag.

Johann Gottfried Seume wird am 29. Januar 1763 in Poserna als armer Bauernsohn geboren. Schnell findet er das Leben interessanter als das Lernen. Seine Muse ist das Wandern, Entdecken, Luft holen. Er flieht von der Universität, ist immer in Bewegung. In jungen Jahren wird er Soldat und gerät in polnische Gefangenschaft. Endlich, 1797, in Grimma angekommen, schafft er es, vier Jahre sesshaft zu bleiben. Er fängt als Korrektor und Lektor bei Georg Joachim Göschen, einem der wichtigsten Verleger seiner Zeit, an zu arbeiten. Sein Arbeitsplatz war die Druckerei am Markt 11. Das Haus wurde um 1520 erbaut und gilt ältestes Gebäude des Grimmaer Markt-Ensembles. Heute lässt sich die Nutzung des Hauses nacherleben: Kinder lernen hier, wie einst Bücher entstanden. Sie können hier selbst setzen und drucken.

Schließlich, 1801, bringen Seume Fehler um den Verstand. Er muss wieder los. Er packt seinen Tornister, nimmt Abschied und wandert nach Sizilien. Knapp tausend Meilen zu Fuß. Zurück in Sachsen verfasst er seinen Reisebericht in gut vier Wochen. Sein „Spaziergang nach Syrakus“ wird ein Klassiker der Reiseliteratur.

Das Grimmaer Göschenhaus im Ortsteil Hohnstädt und das Seume-Haus am Grimmaer Markt sind Museen zum Anfassen zur Erinnerung an die Zeit Seumes. Es gibt eine ahnsehnliche Sammlung von Museumsgut des einstigen Verlegers und Druckers Georg Joachim Göschen und seiner prominenten Gäste, zu denen neben dem wandernden Dichter Johann Gottfried Seume auch Friedrich Schiller gehörte. Den Blick vom romantischen „Parktraum-Garten“ im Göschenhaus auf Grimma nannte Göschen „eine der schönsten Gegenden der Welt“ und schwärmte davon in seinen Briefen.

 

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