Festakt erinnert an die Konstituierung der ersten Stadtverordnetenversammlung im Juni 1990 in Freiberg

Ein Festakt erinnert am kommenden Montag an die Konstituierung der ersten frei gewählten Bürgervertretung in Freiberg vor zwanzig Jahren. Nach der Kommunalwahl im Mai 1990 traten damals am 7. Juni im Städtischen Festsaal insgesamt 55 Abgeordnete als „erste unter Gleichen“ zum neuen demokratischen Stadtparlament Freibergs zusammen, das damals noch Stadtverordnetenversammlung hieß.

Der Festakt am kommenden Montag ist an den damaligen Abläufen und Begebenheiten orientiert. Auftakt bildet darum eine Andacht in der Petrikirche um 17.30 Uhr. Hier wird neben dem einstigen Pfarrer und Stadtverordneten Gottfried Breutel, Konrad Heinze an die Ereignisse im Jahre 1990 erinnern. Heinze war der erste demokratisch gewählte Bürgermeister der Bergstadt. Anders als in den Legislaturperioden ab 1994 wurde er noch in geheimer Wahl durch die Stadtverordneten selbst bestimmt.

 

Chef der Stadtverordnetenversammlung war bis 1994 nicht der Bürgermeister, sondern der Stadtverordnetenvorsteher Joachim Helm. Er wird gemeinsam mit Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm im anschließenden Festakt einen Blick zurück auf diese spannende Vergangenheit werfen. Der Festakt schließt sich an die Andacht an und findet um 18.30 Uhr im Ratssaal des Freiberger Rathauses statt.


Hintergrund

Das Freiberger Stadtparlament befindet sich gegenwärtig in der fünften Legislaturperiode. Bis 1994 galt die Kommunalverfassung der DDR vom 17. Mai 1990 als rechtliche Grundlage, die 1993 durch die Einführung der Sächsischen Gemeindeordnung abgelöst wurde. Damit veränderte sich nicht nur der Name des Parlaments und die Verantwortlichkeiten des Bürgermeisters, der heute anstelle des Stadtverordneten der Vorsitzende des Stadtrates ist.

Auch die Anzahl der Abgeordneten reduzierte sich und liegt heute bei 34.

Im jetzigen Stadtrat sind mit den Vertretern Dr. Ruth Kretzer-Braun, Dr. Günter Seidler, Prof. Dr. Werner Tilch und Rainer Tippmann immer noch vier Aktivisten der ersten Stunde engagiert. Insgesamt bewältigten die Ratsmitglieder seit 1990 rund 280 Ratssitzungen. Dabei wurden große Themen bewegt - darunter die Sanierung und Wiederbelebung städtebauliche bedeutender Objekte wie die Nikolaikirche oder Schloss Freudenstein.