Geschrieben von: Burg Mildenstein   
Dienstag, den 01. Juni 2010 um 18:58 Uhr

Die Faszination eines alten Stummfilms scheint - trotz oder gerade wegen seiner aus heutiger Sicht mehr als einfachen Effekte – ungebrochen.

Die von Schlossleiter Peter Knierriem zunächst für Schloss Rochlitz entwickelte Idee, einen historischen Gruselfilm untermalt von Livemusik im Ambiente jahrhundertealter Mauern zu präsentieren, wurde erstmals 2001 Wirklichkeit. Über mehrere Jahre gaben sich jeweils im August schaurige Gestalten die Klinke in die Hand und zogen hunderte Besucher ins Muldental.

Nachfragen: ‚Wann macht Ihr so etwas mal wieder?’ ebbten nie ab, nachdem die Vampire den Baumaßnahmen in Rochlitz zum Opfer fielen – und so feiert die Mystische Filmnacht in veränderter Form auf Burg Mildenstein am 11. Juni 2010 ihre „Auferstehung“.

Im Mittelpunkt steht mit F. W. Murnaus „NOSFERATU“ aus dem Jahr 1922 ein Film, der zu den  Höhepunkten früher deutscher Horrorfilme zählt. Es ist schon erstaunlich, wie schnell und intensiv der Streifen, im abendlichen Burghof auf Großleinwand projiziert, die Zuschauer in seinen Bann zieht. Verstärkt wird das Gänsehaut-Gefühl durch die speziell für den Film kreierte musikalische Begleitung durch Piano und Klarinette.

Zuvor erzeugen „Surreal“ ab 20 Uhr mit einer einzigartigen Mischung aus mystischer Rockmusik und symphonischen Elementen in einem 60-minütigen Livekonzert die passende Einstimmung für den nächtlichen Filmgenuss.

Die bemerkenswerte, junge Band – bestehend aus Pianist und Gitarrist Joachim Große, Schlagzeuger Matthias Petzold, Bassist André Schwarze, Violinistin Miriam Hering und Sopranistin Julia Hlawa - hat sich aus Anlass der Filmnacht zusammengefunden und alle Stücke eigens für diese Veranstaltung komponiert.

Mit ungewöhnlichen Klangkombinationen umfangen sie ihr Publikum, reißen es mit und lassen es in ein faszinierendes Spektrum musikalischer Genüsse eintauchen.

Termin: 11.Juni 2010 | Konzertbeginn: 20 Uhr
Filmbeginn: 21.30 Uhr

Einlass ab 19.30 Uhr ; Schlechtwettervariante: Rittersaal III
Eintritt: 8 Euro ; Partnerkarte: 14 Euro
Kartenvorverkauf: Burgkasse,  Gästeamt Leisnig
Wir schicken Ihnen gern Ihre Eintrittskarten auf Rechnung vorab zu!
Informationen und Vorbestellungen  unter Tel. 034321 - 62560
Burg Mildenstein, Sabine Rötzsch   Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Der Film

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens – Die Erstverfilmung

Der erste abendfüllende und heute noch existierende Vampirfilm ist F.W. Murnaus Stummfilm Nosferatu – eine Symphonie des Grauens. Die Story basiert auf Bram Stockers Romanfigur Dracula. Der Film wurde 1922 uraufgeführt und gilt bis heute als Klassiker seines Genres.

Der Film gehört neben den Werken Das Cabinett des Dr. Caligari (1919) und Golem, wie er in die Welt kam (1920) zu den Höhepunkten des deutschen expressionitischen Horrorfilms. Henrik Galeen schrieb das Drehbuch für Nosferatu, F.W. Murnau gelang mit dem Film der Durchbruch als Regisseur. In dem zur Uraufführung herausgegebenen Programmheft wird Stockers Roman als literarische Vorlage genannt.

Gerade dieser Umstand hatte urheberrechtliche Folgen. Knapp zwei Monate nach der Uraufführung erhob Florence Stoker eine Urheberrechtsklage gegen Murnaus Filmgesellschaft (Prana-Film GmbH, Berlin) an. Stoker bekam das Recht zugesprochen, die Adaption des Romans durch den Film war nicht autorisiert. In der Folge wurde 1925 wegen Nichteinbringbarkeit der festgelegten Lizenzgebühren die Vernichtung aller Filmkopien angeordnet. Diverse Kopien und Negative waren jedoch schon ins Ausland gelangt, so dass uns der Film auf diese Weise glücklicherweise erhalten blieb.

Mit zeitlichem Abstand betrachtet, relativiert sich die Beurteilung des Murnauschen Werks als Stoker-Verfilmung. Im Vergleich zur literarischen Vorlage finden sich Orte und Namen gewechselt: Dracula wird zu Graf Orloc, Mina und Lucy verschmelzen zu Ellen und aus Harker wird Hutter und anstatt Transsylvaniens tritt der baltische Raum als Ort des Geschehens in den Vordergrund. Aus London wird in der Verfilmung die alte Hansestadt Bremen.

Außerdem entspricht Nosferatu in keiner Weise seinem literarischen Vorbild. Das Monster mit Klauenhänden, spitzen Ohren und toten Augen steht im Gegensatz zu dem von der Damenwelt verehrten Adeligen Graf Dracula.

Nosferatu ist und bleibt ein Klassiker der deutschen Filmgeschichte. Die Stil- und Gestaltungsmittel erhielten Vorbildcharakter und wurden genrebildend.

Nosferatu – Namen, Daten, Fakten

Regie: Friedrich Wilhelm Murnau
Drehbuch: Henrik Galeen
Kamera: Fritz Arno Wagner
Kostüme & Bauten: Albin Grau
Produktion: Prana-Film GmbH, Berlin

Darsteller: Max Schreck, Alexander Granach, Gustav von Wangenheim, Greta Schrüder, G.H. Schnell, Ruth Landshoff, John Gottowt, Gustav Botz, Max Nemetz, Wolfgang Heinz, Albert Venohr

Uraufführung: 15. März 1922, Berlin (Primus-Palast)
Format: 35mm, S/W, stumm
Länge: 1967m (Urauführung)


Die Band

Surreal

Eigens für die „Mystische Filmnacht“ auf Burg Mildenstein gegründet, vereint „Surreal“ auf ungewöhnliche Weise klassische Elemente mit rockig-mystischem Sound.

Das sechzigminütige Programm, welches den Zuhörer auf den historischen Stummfilm „Nosferatu“ einstimmen soll, wurde hierfür bis ins Detail auskomponiert. Dabei geht die Band von konventionellen Hörgewohnheiten ab und umfängt die Zuhörer geradezu mit überraschenden Klangkombinationen, die mitreißen und in ein faszinierendes Spektrum musikalischer Genüsse eintauchen lassen.

Die Einzigartigkeit der Musik drückt sich bereits in der instrumentellen Zusammensetzung der Band aus: Die Stammbesetzung mit Gitarre, Piano (beides Joachim Große, Jena), Schlagzeug (Matthias Petzold, Gröblitz) und Bass (André Schwarze, Leipzig) wird komplettiert von Violinistin Miriam Hering aus Dresden und Sopranistin Julia Hlawa aus Leipzig.

Dabei bieten „Surreal“ höchste Qualität in ihrer Musik und stellen mit ihrem Angebot durchaus ein Novum in der Musikszene dar, dass sich in keine Schublade pressen lässt. Die Kompositionen für das Konzert stammen aus der Feder von André Schwarze, der als Geschäftsführer von „Scorp-Music“ auch für das musikalische Management der Veranstaltung verantwortlich zeichnet.

Die Musik zum Stummfilm, komponiert von Joachim Große, führt mit Piano und Klarinette den ungewöhnlichen Hörgenuss des Abends fort.

Die musikalische Wiege der Band steht in einem Probenraum in Milkau, wo die ehemaligen Rochlitzer Gymnasiasten André Schwarze, Matthias Petzold und Joachim Große auch schon während der Schulzeit erste Musikerfahrungen sammelten.

Fotos: Burg Mildenstein

Burg bei Nacht Burghof Burghof
 

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